Erschienen am 03. Februar 2010 | apn
Bis zu 40.000 Firmenpleiten in Deutschland erwartet
Die Zahl der Firmenpleiten in Deutschland droht in diesem Jahr auf Rekordhöhe zu steigen. Die Wirtschaftsauskunftei Creditreform rechnet 2010 mit bis zu 40.000 Unternehmensinsolvenzen, ein Plus von 20 Prozent, wie Creditreform-Vorstand Helmut Rödl in Düsseldorf berichtete. Damit könnte sogar der bisherige Höchststand des Jahres 2003 übertroffen werden, als rund 39.500 Unternehmen Insolvenz anmelden mussten.
Vor allem Mittelständlern droht das Aus
"Im Moment gibt es keinen Silberstreif am Horizont", sagte Rödl. Denn die deutschen Unternehmen hätten durch die Rezession stark an Substanz verloren. Gleichzeitig sei die Kreditbeschaffung für sie sehr schwierig geworden. Das erwartete Wirtschaftswachstum von 1,5 Prozent reiche deshalb nicht, um die drohende Insolvenzwelle zu bremsen. Vor allem Mittelständlern drohe in diesem Jahr das Aus. Auch die Zahl der Verbraucherpleiten wird nach Einschätzung von Creditreform 2010 in Deutschland weiter zunehmen und auf bis zu 138.000 ansteigen. Das wäre ein Plus von acht Prozent.
Deutlicher Anstieg im Vergleich zu Westeuropa
Deutschland droht damit in diesem Jahr ein deutlich stärkerer Anstieg der Insolvenzzahlen als den Nachbarländern. Denn für Westeuropa erwarten die Experten der Wirtschaftsauskunftei "nur" einen Anstieg der Firmenpleiten um bis zu 13,5 Prozent auf bis zu 210.000.
Rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze gefährdet
Dies wäre eine Trendwende. Denn bislang haben sich die deutschen Unternehmen in der Konjunkturkrise deutlich besser behaupten können als die meisten europäischen Rivalen. Über Westeuropa rollte 2009 eine regelrechte Insolvenzwelle hinweg. Insgesamt stieg die Zahl der Firmenpleiten um 21,9 Prozent auf gut 185.000. Rund 1,7 Millionen Arbeitsplätze seien dadurch in Gefahr geraten, berichtete Creditreform.